Gesundheitsaspekte

Werden Viren einfach weggeschwitzt?

Die Sauna ist die beste Vorbeugung gegen Erkältungen. Aber hilft sie auch, wenn die Viren einen schon erwischt haben? Leider nein. Mediziner sind sich einig: Wer regelmäßig in die Sauna geht, kann sich nicht mehr so leicht erkälten, da das Immunsystem durch die extremen Temperaturschwankungen innerhalb weniger Minuten gestärkt wird. Die Schutzwirkung hält normalerweise eine Woche an. Hat man sich aber bereits angesteckt, ist es nicht möglich, die ausgebrochene Erkrankung oder Grippe mit einem Saunabad zu unterdrücken oder gar zu kurieren.
 
Frischer Infekt und Saunabad vertragen sich nicht!
Hitze und Kältereize bewirken, dass sich die Krankheit besonders heftig entwickelt. Außerdem wird der Körper durch die Anstrengung  zu sehr belastet. Richtig ist es deshalb, erst nach Abklingen der Krankheitszeichen (zum Beispiel Fieber) wieder in die Sauna zu  gehen, um dann durch das Schwitzbad die restlichen Krankheitsstoffe loszuwerden.
 
Saunabaden ist zudem ein hervorragendes Mittel zur Körperpflege. Durch das Schwitzen und die verschiedenen Abgießungen wird die Haut einerseits gründlich gereinigt, andererseits quellen die verhornten Zellen der Oberhaut auf und lockern sich. Die an ihnen haftenden Schmutzpartikel, Bakterien, Reste von Hautfett und Mitessern werden abgelöst. Gleichzeitig bilden sich schneller neue Zellen – man bekommt eine zarte, weiche Haut. Kein Wunder, dass Kosmetikerinnen zur Tiefenreinigung der Haut regelmäßiges Saunabaden empfehlen.
 
Die Hitze regt Herz und Kreislauf an
Beim Saunabaden wird das gesamte Herz-Kreislaufsystem gestärkt. Obwohl während der Aufwärmphase die schnell einsetzende Verdunstung des Schweißes die Haut kühlt, steigt die Temperatur im Körperinnern um 1 Grad und in der Haut um rund 10 Grad an. Das hat eine Erweiterung der Blutgefäße zur Folge; dazu entleeren sich die Blutspeicher. Die umlaufende Blutmenge wird größer und fließt schneller. Der Pulsschlag erhöht sich um etwa fünfzig Prozent. Das muss so sein, damit der verstärkte Blutstrom die Schweißdrüsen mit genügend Material versorgen kann.
 
Sauna und Sport
Training für den Kreislauf, Wohltat für die Muskeln! Wer Sport betreibt und anschließend in die Sauna geht, tut seinem Körper Gutes: In der Sauna entspannen sich die strapazierten Muskeln.
Aber Achtung: Der Kreislauf ist schnell überfordert!
Man kann in der Sauna den Bewegungsapparat und die Muskulatur entspannen. Hinzu kommt ein Funktionstraining der Blutgefäße für die Kreislaufumstellung und Herzökonomie. Gleichzeitig sorgt die Sauna für den Abtransport von Abbauprodukten des Stoffwechsels (landläufig „schlacken“ genannt). Auch vom Abhärtungseffekt profitiert der Sportler. Gut zu wissen: Saunaanwendungen sind hilfreich bei Sportverletzungen. So begünstigt die Stoffwechselsteigerung die Heilung bei Muskelverspannungen und Muskelverletzungen. Falls jedoch die Verletzung mit einer Blutung, auch innerhalb des Gewebes, verbunden ist, muss auf das Saunen so lange gewartet werden, bis die Gefäße wieder ganz geschlossen sind.
Wer beim vorangegangenen Sport viel geschwitzt hat, sollte übrigens vor dem Saunabaden den Flüssigkeitsverlust ausgleichen, damit das Mineraliendepot wieder aufgefüllt ist.