Was ist ein Aufguss?

Zu einem richtigen Erlebnis wird der Saunabesuch erst durch den Aufguss.

Der „hy vä löyly“ oder „Gluthauch“, wie ihn die Finnen nennen, darf beim Saunabesuch nicht fehlen, für sie ist er höchster Saunagenuss, die Seele der Sauna. Das finnische Wort bezeichnet den guten, heißen Dampf der aus den Steinen steigt. Im Land der tausend Seen wird für den Aufguss klares Wasser bevorzugt, welches mit einer Holzkelle auf die heißen Steine gegossen wird. Der Wasserdampf lässt die relative Feuchtigkeit, das heißt den Wasserdampfgehalt der Luft kurzfristig ansteigen.

Durch den Aufguss wird nicht das Schwitzen angekurbelt, wie viele meinen. Die Wasserströme, die nach dem Guss über den Körper fließen, bestehen nur aus Kondenswasser, das schnell wieder verdunstet.

Ätherische Öle im Aufgusswasser können zum Entspannen und Wohlfühlen beitragen.

Beim Aufguss wird kaltes Wasser oder Kristalleis, getränkt mit ätherischen Ölen, auf die heißen Steine des Ofens gegeben. Der dadurch entstehende Dampf wird vom Aufgussmeister mit einem Wedelutensil, meist ein Handtuch, im Raum verteilt.

Auch die Kunst des Aufgusses hat sich in der Neuzeit revolutioniert. Kombiniert mit Musik, Kostümen, oft auch zu einem bestimmten Thema, mit variierenden Aufgusstechniken gibt es mittlerweile eine unendlich scheinende Palette von klassischen, meditativen, mystischen bis hin zu Event-Aufgüssen.

Der Aufguss ist somit der kulturelle Höhepunkt eines Saunabesuchs.